Off-Theater nrw -
Theater, Tanz und Kultur

Kolja Schultz

frischgebackener Kulturmanager im Gespräch

Lieber Kolja, du hast Sportmanagement und Kommunikation an der Sporthochschule Köln studiert. Was hat dich zur Fortbildung Kulturmanagement geführt?

Bei der Entscheidung für die Weiterbildung ging es mir um die Organisation sozialer Projekte. Das ist mein Hauptanliegen und Berufsziel. Im Bereich der Kultur finden sich unglaublich viele Möglichkeiten, Projekte zu konzipieren, zu organisieren und durchzuführen. Perspektivisch ist es mir wichtig, sinnvolle Dinge (wie Bildungsprojekte, aktuell z.B. ein Senioren-Musik-Projekt) anzuschieben.

 Kannst du Parallelen zwischen Sport und Kultur ziehen?

Auf jeden Fall. Wenn man den Kulturbegriff weit fasst und nicht nur die Hochkultur einbezieht, kann der Sport ein Teil davon sein. Als Kultur kann für mich der Austausch zwischen Menschen bezeichnet werden. Das ist beim Sport ja alle mal der Fall. Außerdem sehe ich in beiden Bereichen großes Potenzial zur Vermittlung verschiedenster Themen (Umgang mit anderen Menschen, Rücksicht, Kompetenzerwerb.…). Das funktioniert wunderbar über das künstlerisch Tätigsein wie z.B. beim Malen, aber genauso beim gemeinsamen Rugby oder Handball spielen.

Derzeit bist du Projektassistent bei der SK Stiftung Kultur. Kannst du die Inhalte der Fortbildung "Kulturmanagement" in deinen beruflichen Alltag integrieren?

Ja, und ich weiß nun, wo ich wichtige Inhalte in meinen Projektunterlagen zum Nachschlagen finde, sodass ich bei Bedarf schnell weiter komme. Bei der Ausarbeitung neuer Projekte werden mir die Inhalte aus der Fortbildung beim Off-Theater nrw wieder richtig gut weiterhelfen.

Ist Fußball Kultur?

Ja, da sehe ich schon einige Parallelen. Kultur hat viel mit Ritualen zu tun. Die gibt es besonders in den Stadien weltweit. Passenderweise habe ich ein Video aus der Schalke-Arena gesehen. Da singt das gesamte Stadion eine Hymne über die Bergbauarbeiter und bekennt sich so zum Verein und vor allem zu dessen Geschichte. Da wird doch sowas wie Kultur gelebt. Zumindest für die 90 Minuten. Es ist spannend zu sehen, wie da aus vielen Individuen eine Einheit entsteht.